Gemeinsam planen und handeln

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Kommunale Kooperation zur Unterstützung Geflüchteter

Gemeinsam planen und handeln

Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung in der Region gelandet sind, sollen möglichst unkompliziert hier ankommen und vielleicht sogar eine neue Heimat finden. Damit das gelingt, ziehen die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön, die Landeshauptstadt Kiel und die Stadt Neumünster an einem Strang. Sie wollen von nun an gemeinsam daran arbeiten, die Situation von Geflüchteten zu verbessern.

„Die Aufnahme und Integration von Geflüchteten stellt kommunale Strukturen vor vielfältige Herausforderungen“, erklärt Janet Sönnichsen, Geschäftsführerin der KielRegion. „Durch enge Zusammenarbeit und regionale Kooperation wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass die Kommunen diesen Herausforderungen besser begegnen können.“ Um zunächst gemeinsam zu planen und dann auch Hand in Hand zu handeln, hat die KielRegion einen Projektantrag gestellt. Für das Projekt „Wohnen – Lernen – Arbeiten – Interkommunale Kooperation zur Integration von Geflüchteten“ erhält die Region 200.000 Euro.

Unterstützt werden die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön, die Landeshauptstadt Kiel und die Stadt Neumünster dabei von der Landesplanung sowie  den Wirtschaftsförderungsagenturen der Region. „Uns ist wichtig, die Expertinnen und Experten aus der Region an einem Tisch zu versammeln. Deswegen sind neben der Regionalplanung auch die kommunalen Integrationsstellen mit dabei“, so Sönnichsen: „Um möglichst viele Kompetenzen zu bündeln, suchen wir noch nach weiteren Impulsgebern. Organisationen, Vereine und Initiativen, die ihre Erfahrungen und Ideen einbringen wollen, können sich gerne bei der KielRegion melden.“

Die Projektpartner erstellen in den nächsten zwei Jahren einen umsetzungsorientierten Strategie- und Maßnahmenkatalog, um aufzuzeigen, wo und mit welchen Mitteln die Situation von Geflüchteten verbessert werden kann. Dazu werden die Bereiche Wohnen, Lernen und Arbeiten in den beteiligten Gebieten betrachtet und Herausforderungen und Potentiale abgeleitet. Die Ergebnisse sollen als Musterbeispiel für andere Regionen dienen. „Unser Ziel ist es, schon in der konzeptionellen Phase ein erstes Umsetzungsprojekt auf den Weg zu bringen“, erläutert Sönnichsen. Nach der zweijährigen Projektlaufzeit wird es zudem eine wiederum zweijährige Umsetzungsphase geben, die erneut mit 200.000 Euro gefördert wird.

Die Förderung erfolgt im Rahmen des Forschungsprojekts „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, das Teil des Programms „Modellvorhaben der Raumordnung“ (MORO) ist. Die Unterstützung erhalten Regionen, die für eine ganzheitliche Regionalentwicklung stehen. Für die erste Förderperiode wurden deutschlandweit acht Regionen ausgewählt, die ganz verschiedene Themen der Stadt- und Regionalentwicklung bearbeiten, wobei ein Fokus auf finanzielle Fragen gelegt werden muss. Themen der anderen Regionen sind beispielsweise Mobilität oder Infrastruktur. Die Universität Leipzig leistet die Begleitforschung für alle Modellvorhaben.

„Spannend für uns ist, dass auch der Landkreis Coburg sich mit einem ganz ähnlichen Projekt beworben hat“, berichtet Janet Sönnichsen. Allerdings verfüge der Landkreis Coburg mit seinen 16 Gemeinden über ganz andere Voraussetzungen: „Dort gibt es beispielsweise keine Erstaufnahmeeinrichtungen – Geflüchtete können umgehend in freie Wohnungen ziehen. In dem Gebiet, das wir betrachten, dagegen gibt es 252 Kommunen, vier große Erstaufnahmeeinrichtungen sowie zahlreiche Zwischenunterkünfte. 

„Wir sehen die Aufnahme von Geflüchteten als Chance – insbesondere für den ländlichen Raum“, betont Janet Sönnichsen. „Wenn wieder mehr Menschen in den Dörfern leben, kann das ländliche Leben aufrecht erhalten werden.“ Das zu erwartende Bevölkerungswachstum könne Orte wieder interessanter machen und sich positiv auswirken – auf Kindergärten, auf Schulen und auf die gesamte Infrastruktur.

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