Wachstum

Marine, Kaiserreich und Segelschiffe

Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Die Landeshauptstadt Kiel war immer schon ein Ort der maritimen Nostalgie: Kleine und größere Segelyachten aller Bootsklassen sowie beeindruckende Großsegler prägen – nicht nur zur Kieler Woche – bis heute das Bild in der Kieler Bucht. Und folgerichtig ist Kiel als Hafenstadt mit natürlichem Tiefwasserhafen ein maritimes Zentrum, das von Beginn an eng mit der Entwicklung der deutschen Marine verbunden war. 1885 hatte Kiel mehr als 50.000 Einwohner. Bereits 1900 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt aufstieg. Innerhalb der nächsten 10 Jahre verdoppelte sich diese Zahl auf 211.000. Im Dezember 1942 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Kiel aufgrund der Werften für den Bau von Kriegsschiffen mit 306.000 ihren historischen Höchststand. Die Kiel Region als Ballungszentrum hat heute mit den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde und der Landeshauptstadt Kiel insgesamt 643.595 Einwohner.

Nachhaltigkeit aus Tradition

Räucherfisch am Plöner See

Gelb blühende Hügel, zahlreiche Seen, Wälder, Felder, von Knicks (Wallhecken) umsäumte Felder sowie herrliche Gutsanlagen und kleine Dörfer – insbesondere die ländlichen Teile der Kiel Region (hier sind insbesondere die fünf großen Naturparklandschaften hervorzuheben) spielen eine wichtige Rolle als vitale Tourismusstandorte und als Gesundheitsadresse für Kurgäste, Wellnessurlauber und Erholungssuchende. Das Element Wasser ist auch im Binnenland stets von entscheidender Bedeutung. Und so verwundert es nicht, dass Schleswig-Holstein eine Spitzenposition innerhalb der Bundesrepublik Deutschland einnimmt bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Bis 2015 sollen nach den ehrgeizigen Zielen der WRRL alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand versetzt und das Grundwasser vor schädlichen Einflüssen geschützt werden. Doch nicht nur in Sachen Umweltschutz beweist die Kiel Region Gespür für den Schulterschluss von Nachhaltigkeit und Tradition. So wurde die Interessengemeinschaft dynamisches InfoPortal des Arbeitskreises Fischerei der AktivRegion Ostseeküste mit dem Nachhaltigkeitspreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Und zwar für ihre Initiative “Fisch vom Kutter”. Diese Initiative hat das Ziel, frisch gefangenen Fisch via Internet und anderer neuer Medien direkt zu den Kunden an sieben Standorte an der Ostsee zu bringen. Damit wird die handwerkliche Fischerei unterstützt, zugleich Energie für den Transport zum Großmarkt eingespart und nebenbei auch noch Interessantes für Touristen geboten.

Kommunikationstechnologie, Gesundheitswirtschaft, Medizin- und Umwelttechnik

In der Kiel Region ist neben den traditionell starken Wirtschaftszweigen des maritimen Clusters insbesondere auch die Land- und Ernährungswirtschaft stark vertreten. So werden in der Kiel Region insgesamt 214.632 ha Fläche landwirtschaftlich genutzt. In Rendsburg und Umgebung sind vielfältige agrarwissenschaftliche Schul- und Ausbildungseinrichtungen sowie die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein angesiedelt. Den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung haben jedoch nach wie vor öffentliche und private Dienstleister, der Handel, das Gastgewerbe und der Verkehr. Weitere starke Wachstumsbranchen sind in den Bereichen Information und Kommunikation, der Gesundheitswirtschaft sowie in der Medizin- und Umwelttechnik zu finden. Hervorzuheben ist hier das Unternehmen freenet AG in Büdelsdorf bei Rendsburg, das mit einem Umsatz von 3.339 Mio. € den zweiten Platz auf der Rangliste der umsatzstärksten Unternehmen Schleswig-Holsteins anführt. Sowie die Damp Holding (seit März 2012 Mitglied der Helios Kliniken Gruppe) und die Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen des Kreises Plön, die neben dem Universitätsklinikum zu den 100 größten Unternehmen Schleswig-Holsteins zählen. Weiterhin beansprucht Schleswig-Holstein einen Spitzenplatz bei der Zahl der Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien. Nirgendwo sonst hat der Anteil von Energie aus Wind, Sonne und Biomasse an der Stromerzeugung so sehr zugenommen wie in Schleswig-Holstein: zwischen 2004 und 2008 um 18,4 Prozent (Bundesdurchschnitt: 8 Prozent).