Wirtschaft

Modernes Ballungszentrum

Im Zentrum der Kiel Region, der Stadt Kiel, sind etwa 240.000 Einwohner mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet. Zahlreiche Menschen, die in Kiel arbeiten, studieren, zur Schule gehen oder eine Ausbildung absolvieren, leben allerdings mit ihren Familien in den benachbarten Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde. Acht weitere Klein- und Mittelstädte bieten Lebensraum und Arbeitsumfeld für gut ausgebildete und hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Selbst wenn die Bundeswehr bundesweit – und so auch in der Kiel Region – viele ihrer Standorte schließt, ist das historische Erbe einer stark maritim geprägten Wirtschaft mit außergewöhnlich hoch entwickeltem technischen Know-how nach wie vor in der Kiel Region lebendig. Auch werden die Werften trotz schwindender Präsenz der Bundesmarine weiterhin eine große Rolle in der Kiel Region spielen. Doch der allgemeine gesellschaftliche Trend, nämlich der Strukturwandel von einer industriell geprägten Gesellschaft hin zur Wissensgesellschaft, ist längst in vollem Gange. Die Kiel Region bietet somit vor allen Dingen Wirtschafts- und Entwicklungsraum für innovative und wissensbasierte Unternehmen.

Maritime Wirtschaft und Logistik

Seit der Hanse ist die Kieler Förde – sprich: das Herz der heutigen Kiel Region – als Verkehrsdrehscheibe für Warenströme zwischen Nord- und Ostsee bekannt. Der Kieler Hafen ist das logistische Entreé nach Skandinavien, nach Russland und ins Baltikum. Der neue Hafen Rendsburg Port als Drehkreuz und nördlichster Schwerlasthafen Deutschlands verbindet über den Nord-Ostsee-Kanal und die Autobahn A 7 Nordeuropa mit West- und Südeuropa. Doch nicht nur Waren werden in der Kiel Region umgeschlagen – vier Fünftel der Ladung rollt dabei auf Rädern via Fährfrachter, RoRo. Neben den regulären Fähren nach Norwegen, Schweden, Finnland, Russland und Litauen hat der Kieler Hafen aber auch eine große Bedeutung für den Kreuzfahrt-Tourismus. Die Zahl der Reisenden hat sich in den vergangenen vier Jahren auf 350.000 Passagiere pro Jahr mehr als verdoppelt. Die Saison für Kreuzfahrer dauert mittlerweile von April bis Oktober. Der Schiffbau – allen voran die Howaldtswerke Deutsche Werft (HDW), die größte Werft der Kiel Region – ist trotz starker Konkurrenz auf dem Weltmarkt nach wie vor stabil im Geschäft.

High-end Maschinenbau und technische Innovation

Neben den Wirtschaftszweigen Schiffbau, Schifffahrt, Fischerei, der Produktion maritimer Lebensmittel, der maritimen Logistik und der Produktion von nautischen Instrumenten gehören noch weitere Wirtschaftszweige zum maritimen Cluster der Kiel Region. Dies wären zum Beispiel die traditionellen Zulieferer für Schiffbau und Meerestechnik sowie innovative Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Elektronik, Mess- und Kontrolltechnik sowie aus dem Bereich der Telekommunikation. Doch auch nicht-maritime technisch orientierte Unternehmen, die zu den Wachstumsbranchen der Kiel Region gehören, sind stark vertreten. Seien es “hidden champions” wie die ACO Gruppe in Rendsburg/Büdelsdorf (Weltmarktführer in Entwässerungstechnik mit 3700 Mitarbeitern in 40 Ländern), das Kieler Unternehmen HELL Gravure Systems (der Kieler Dr. Rudolph Hell revolutionierte mit seinen Erfindungen weltweit die moderne Druckindustrie) oder das seit mehr als 60 Jahren bestehende Unternehmen WÖHLCK Contactlinsen in Schönkirchen, dessen Gründer Heinrich Wöhlck im Jahr 1946 die erste moderne Kontaktlinse erfand.