Wirtschaftsförderer der KielRegion richten Ansiedlungsstrategie neu aus

Rendsburg, Kiel und Plön, 28.09.2022. Die drei Wirtschaftsförderungen der KielRegion – die KiWi, Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi), die Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön (WFA) und die Wirtschaftsförderung Kreis Rendsburg-Eckernförde (WFG) – entwickeln eine gemeinsame Ansiedlungsstrategie. Ziel ist es, auf Grundlage der erarbeiteten Ergebnisse, den Wirtschaftsraum KielRegion zukunftsorientiert zu positionieren, um für nationale und internationale Investitionen und Unternehmensansiedlungen noch attraktiver zu werden.


„Wir möchten gemeinsam die Position der KielRegion ausbauen, um für Investitionen aus dem In- und Ausland noch attraktiver zu sein. Dies gilt genauso für die Expansion von Bestandsunternehmen der Region. Nur so können wir die Wirtschaftskraft der KielRegion und somit von ganz Schleswig-Holstein stärken“, sagt Kai Lass, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Rendsburg-Eckernförde. Deshalb wurde die Entwicklung der regionalen Ansiedlungsstrategie umgesetzt. Grundlage der Untersuchung waren insgesamt acht Standortfaktoren, wie Infrastruktur & Lage, Branchenpräsenz, Innovationen, Arbeitsmarkt, Betriebskosten, Investitionsanreize, Geschäftsumfeld und Lebensbedingungen. Insbesondere die Lebensbedingungen in der Region schnitten bei der Betrachtung der Angebotsseite mit der Bewertung „höchste Attraktivität“ besonders gut ab. Ebenfalls gut bewertet wurden die vergleichsweise niedrigen Betriebskosten für Unternehmen.


Mehr Flächen für den gemeinsamen Wirtschaftsraum KielRegion erforderlich

Im Bereich Infrastruktur & Lage wurde insbesondere die Verfügbarkeit von Gewerbe- und Industrieflächen in der KielRegion untersucht. Insgesamt verfügt die Region über knapp 134 ha Flächen, die sofort, kurz- und mittelfristig zur Verfügung stehen. Davon allein 77 ha im Kreis Rendsburg-Eckernförde, 22 ha im Kreis Plön und 4 ha in der Landeshauptstadt Kiel. Langfristig wird es immer schwieriger, dem Flächenbedarf – auch für regionale Unternehmen und Betriebe – nachzukommen. „Die Flächenknappheit in Kiel fordert Unternehmen und Wirtschaftsförderung seit Jahren. Daher entwickeln wir aktiv smarte und nachhaltige Gewerbeflächen und stärken die regionalen Kooperationen im gemeinsamen Wirtschaftsraum KielRegion.“, so Werner Kässens, Geschäftsführer der Kieler Wirtschaftsförderung, „Für die Industrie der Zukunft denken wir das Thema Wirtschaftsflächen ganz neu, wie unser Projektgebiet ‚StandOrt‘ Kiel in Kiel-Friedrichsort zeigt.“ Das rund 34 ha große, direkt am Wasser liegende Industrieareal entwickelt die KiWi gemeinsam mit der Stadt Kiel unter Berücksichtigung des Flächenrecyclings zu einer nachhaltigen Wirtschaftsfläche mit einer zukunftsorientierten Energieversorgung und Mobilität sowie gemeinsamer digitaler Infrastruktur für smarte Industrie 4.0, für industrienahe Dienstleistungen und Zulieferer.


Gemeinsam Potenziale nutzen

Die Analyse zeigt den Wirtschaftsförderungen auch, dass sich bei der Vermarktung der Wirtschaftsregion auf die Branchenschwerpunkte Gesundheitswirtschaft, smarte Industrie, Bahnindustrie, Erneuerbare Energien und Kommunikation & Medien fokussiert werden sollte. „Durch eine Fokussierung auf die Schwerpunktbranchen in der Akquisition werden bestehende Potenziale besser genutzt. Dies ermöglicht ein passgenaues Angebot für die Nachfragenden“, sagt Christian Kliesow, Prokurist der Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön. Nur durch eine proaktive Flächenentwicklung können das Angebot erhöht und Unternehmen in der Region auch zukünftig angesiedelt werden. Dadurch wird die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins weiter gesteigert. Das gilt auch für die Expansion von Bestandsunternehmen.

Gespräche auf der ExpoReal in München geplant

Vom 4. bis 6. Oktober sind die Wirtschaftsförderer der KielRegion auf Europas wichtigster Fachmesse für Immobilien und Investoren:innen, der ExpoReal in München, auf dem Schleswig-Holstein Stand vertreten. Bei diesem Treffen der Immobilienwirtschaft finden erste Gespräche mit potenziellen Investoren:innen statt.

Hintergrund zur Entwicklung einer Ansiedlungsstrategie für die KielRegion:

Auftraggeber der Ansiedlungsstrategie für die KielRegion durch die OCO Global GmbH, Frankfurt a.M., waren die Wirtschaftsförderung Rendsburg-Eckernförde, die Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön und die KiWi, Kieler Wirtschaftsförderung. Gefördert wurde die Studie durch das Regionalbudget der KielRegion GmbH. Grundlage der Bewertung war die Analyse von relevanten Standortfaktoren auf der Angebotsseite und des Ansiedlungspotenzials auf der Nachfrageseite - basierend auf Primärdaten (Experteninterviews) und Sekundärdaten. Außerdem wurden Daten des Gewerbeflächenmonitorings des Planungsdialogs der KielRegion herangezogen. Die Projektbearbeitung erfolgte im Zeitraum September 2021 bis Februar 2022.