HyStarter

KielRegion auf dem Weg zur Wasserstoffregion

Welche Rolle kann Wasserstoff für Klimaschutz, Wärmeversorgung, Stromspeicherung, Mobilität und die regionale Wertschöpfung in der KielRegion spielen? Wo und unter welchen Bedingungen ist ein Einsatz des Energieträgers in der Landeshauptstadt Kiel und in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön denkbar? Antworten auf diese und weitere Fragen verspricht das Projekt HyStarter.

Die KielRegion ist eine von neun HyStarter-Regionen in Deutschland. In den kommenden Monaten soll durch ein Konsortium in einem Strategiedialog eine Roadmap für eine Wasserstoffregion entwickelt werden. Der thematische Fokus des Konzepts und Schwerpunktsetzung werden in Abstimmung mit den regionalen Akteuren vorgenommen.

Zusammenfassende Erkenntnisse und Schlussfolgerungen

Wasserstoff wird Teil der Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels sein. Diese Erkenntnis dringt zunehmend von der Wissenschaft in die breite Öffentlichkeit. Für die KielRegion als Zusammenschluss der Landeshauptstadt und der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön bedeutet dies, zu eruieren, wie die bestehenden Klima- und Umweltschutzpläne zielführend um den Energieträger Wasserstoff ergänzt werden können. Zielführend bedeutet dabei im Einklang mit Ökologie, Ökonomie, Versorgungssicherheit und Sozialverträglichkeit. 

Aus diesem Grund hat sich die KielRegion erfolgreich bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) als HyStarter beworben. Im Jahr 2020 wurde unter Begleitung eines Projektteams rund um die BBH Consulting AG das einjährige HyStarter-Projekt durchgeführt. Wichtig für die KielRegion war dabei, die Aufbruchstimmung rund um Wasserstofftechnologien zu kanalisieren und in eine durchdachte und langfristige Strategie zu überführen. Die wesentlichen Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen der KielRegion finden Sie nachfolgend. 

Erkenntnisse

  1. Wasserstoff ist kein Selbstzweck. Im Sinne der entwickleten Wasserstoff-Vision dient sein Einsatz zwei Zielen: Klima- und Umweltschutz und regionale Wertschöpfung. Dies bedeutet, dass perspektivisch nur grüner Wasserstoff zielführend ist. Zudem müssen sich die eingesetzten Wasserstofftechnologien mit alternativen CO2-neutralen Technologien messen - zum Beispiel der batterieelektrischen Mobilität oder erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung. Chancen für regionale Wertschöpfung liegen insbesondere in der Wasserstofferzeugung mit erneuerbaren Energien. 
  2. Der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirschaft ist ein langfristiger Prozess: Eher gleicht er einem Marathon denn einem Sprint. Dementsprechend hat die KielRegion eine Wasserstoff-Roadmap mit dem Horizont 2030 entwickelt. Vor allem in der kurzen Frist bis 2024 ist es Priorität, ein durchdachtes Fundament zu schaffen, um strategisch wichtige Pilotprojekte zu ermöglichen. Der Ruf nach kurzfristigen Projektinbetriebnahmen ist unrealistisch. 
  3. Mit dem Horizon 2030 kann sich die KielRegion auch bei hoher Nachfrage autark mit Wasserstoff versorgen. Dies zeigen die ermittelten theoretischen Potenziale auf. Die hohe Motivation der Akteur*innen bestätigt dieses Bild. 
  4. Die städtischen und ländlichen Strukturen in der KielRegion ergänzen sich gegenseitig. Das zeigen sowohl die ermittelten Projektansätze als auch die theoretischen Berechnungen. In der Zukunft sollte das gewählte gemeinsame Vorgehen der Landeshauptstadt Kiel und der Kreise Rendsburg-Eckernförde und Plön fortgeführt werden. 
  5. Im HyStarter-Projekt ist es gelungen, ein Verbundprojekt mit acht Akteur*innen zu initiieren. Gemeinschaftlich eruieren sie, wie ihre individuellen Interessen in einem Wasserstoffsystem optimal erfüllt werden können. Hierbei zeigt sich, dass bezogen auf die Systemkosten im Idealfall ein Tankstellenpreis von netto 7,19 €/kgh2 realisierbar ist. Im Vergleich zu einem System, in dem fossile Energieträger eingesetzt werden, können durch den Einsatz von Wasserstoff jährlich circa 2.466 tCO2 eingespart werden. 

Schlussfolgerungen

  1. Die Akteur*innen der KielRegion sind motiviert, Wasserstoffprojekte umzusetzen. Damit sie hierdurch keine wirtschaftlichen Nachteile erleiden, sollte die Politik auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene weitere unterstützende Maßnahmen umsetzen. Hierzu hat die KielRegion konkrete Vorschläge entwickelt:
     

    Empfehlungen an die Bundes- und Landespolitik:
    · Konsequente Befreiung von Elektrolyse-Anlagen von der EEG-Umlage
    · Einführung eines H2-Regionalnachweisregisters
    · Förderungen für die Markthochlaufphase

    Empfehlungen an die Regionalpolitik:
    · Konsequente Umsetzung des Ratsbeschlusses der Landeshauptstadt Kiel vom 21.11.2019, den kommunalen Fuhrpark auf E-Mobilität bzw. Wasserstoff umzustellen
    · Nutzung des Zielabweichungsverfahrens (Wind), um erste Pilotprojekte zur Herstellung grünen Wasserstoffes zu initiieren und abzusichern
    · Abfederung anfänglicher Mehrkosten 
    · Unterstützung beim Aufbau und Betrieb der H2-Plattform

  2. Mit dem HyStarter-Projekt wurde die Grundlage geschaffen, um mit Wasserstofftechnologien Klima- und Umweltschutz und regionale Wertschöpfung im Gleichklang zu realisieren. Die KielRegion wird den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen und den angestoßenen Prozess verstetigen. Als nächster Meilenstein wird eine Förderung als HyExpert angestrebt.

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Martin Kliesow

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