Baustein F Pkw-Stellplätze in Wohngebieten

Bei der Flächenentwicklung ist die Gestaltung des Parkraums von zentraler Bedeutung.

  • Viele (öffentliche oder private) Stellplätze in einem Wohngebiet sind bequem, weil die Suche nach einem Parkplatz entfällt und nur kurze Wege zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Dies fördert zugleich aber die Attraktivität des Autofahrens. Entsprechend verlieren Rad, Bus, Bahn und die eigenen Füße als Fortbewegungsmittel an Bedeutung.
  • Wenige Stellplätze in einem Gebiet machen zu Fuß gehen, Rad fahren und die Nutzung von Bus und Bahn attraktiv, weil man sich dabei nicht um einen Parkplatz kümmern muss. Dies führt oft aber auch zu viel Parksuchverkehr und „wildem Parken“. 

Oft wird vernachlässigt, dass Flächen, die für das Parken verwendet werden, nicht mehr für andere Nutzungen zur Verfügung stehen. Besonders im öffentlichen Raum sind viele Nutzungsansprüche gegeneinander abzuwägen. So könnten Stellplatzflächen alternativ z. B. auch für Lieferzonen, Aufenthaltsbereiche, Gastronomie, Fahrradwege, Wertstoffsammlungen, Paketboxen oder auch als Grünfläche genutzt werden. Die Landesbauordnung Schleswig-Holstein gibt Gemeinden in §84 die Möglichkeit, eine eigene Stellplatzsatzung zu beschließen. Darin legen die Gemeinden fest, wie viele Stellplätze für Pkw und Abstellanlagen für Fahrräder pro Neubauwohnung vom Vorhabenträger auf privaten Flächen zu errichten sind. Grundsätzlich sollte der Stellplatzschlüssel so gewählt werden, dass der zusätzliche Stellplatzbedarf vollständig auf privaten Flächen befriedigt werden kann. Der öffentliche Straßenraum sollte nicht als private Parkplatzfläche dienen. Dies gilt sowohl in Gebieten mit Mehrfamilienhäusern wie auch in Einfamilienhausgebieten.

In ansatzweise städtisch geprägten Gebieten – und diese finden sich in der KielRegion nicht nur in der Stadt Kiel, sondern auch in vielen Grund- und Mittelzentren – kann es sinnvoll sein, zu ermöglichen, einen Teil der erforderlichen Stellplätze durch ein dauerhaft implementiertes Mobilitätsmanagement zu ersetzen.

„Mobilitätsmanagement“ meint konkrete und dauerhafte Maßnahmen, die spätere Bewohner/-innen animieren, möglichst häufig zu Fuß zu gehen und mit Rad, Bus oder Bahn zu fahren. CarSharing-Angebote sollen helfen, auf den eigenen (Zweit-) Wagen zu verzichten. Baustein L („Wohnstandortbezogenes Mobilitätsmanagement“) nennt weitere Konzeptideen deren dauerhafte Umsetzung gegebenenfalls in städtebaulichen Verträgen gesichert werden sollten (siehe Baustein O). In der Summe muss das Mobilitätsmanagement erreichen, dass sich zukünftige Bewohner/-innen insgesamt weniger Autos anschaffen – und so weniger Stellplatzbedarf entsteht.

Ansprechpartner

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Martin Kliesow

Neufeldtstraße 6
24118 Kiel


Hinweis

Wir möchten darauf hinweisen, dass im Mai ein Factsheet zur Verfügung stehen wird, welches Sie bei Interesse über die folgende E-Mail-Adresse erhalten können: mobil@kielregion.de 

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