Das WohnPortal Zuhause in der KielRegion

Menschen legen ihre Hände übereinander

Das WohnPortal

Die Wohnraumversorgung ist zu einer der wichtigsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen geworden. Das gilt auch für die KielRegion, in der insbesondere die Studierendenstadt Kiel oder das Ostseebad Eckernförde einen hohen Bevölkerungszuwachs verzeichnen, der sich auch auf die umliegenden Kommunen auswirkt. Gleichzeitig werden immer mehr Dinge des täglichen Lebens im digitalen Raum abgewickelt. Wohnungen werden heutzutage größtenteils über das Internet angeboten, gesucht und auch gefunden. Wer eine neue Wohnung sucht, steht deshalb vor vielfältigen Herausforderungen.

Eine Unterstützung bietet hier das WohnPortal der KielRegion www.wohnportal-kielregion.de. Auf dem Portal finden sich nicht nur Wohnungsanzeigen aus der Region, sondern auch Ratgeberartikel mit wichtigen Informationen und Tipps zur Wohnungssuche oder für das spätere Mietverhältnis. In der Kategorie ‚Leben in der KielRegion‘ finden Interessierte zudem jede Menge Freizeitangebote vor Ort wie zum Beispiel Badestellen, Kinos, Museen, Sportvereine oder Beratungsstellen. Diese Angebote in der Nachbarschaft bringen Menschen zusammen und ermutigen zu mehr sozialer Teilhabe.

Doch nicht nur für Wohnungssuchende ist das Portal interessant. Auch Menschen, die andere bei der Wohnungssuche oder bei Schwierigkeiten mit dem Mietverhältnis unterstützen, finden hier praktische Informationen und Hinweise, die sie dabei unterstützen können. Nicht zuletzt erhalten auch private Vermieter/-innen und Vermietungsunternehmen aus der Region mit dem WohnPortal eine regionale und kostenlose Alternative für das Inserieren ihrer Immobilien.

Das Projekt

In einer Zeit der Digitalisierung, in der immer mehr Dinge des täglichen Lebens wie auch die Wohnungssuche online erledigt werden, hat sich die KielRegion GmbH für die Schaffung eines WohnPortals entschieden, um gerade den Menschen Unterstützung bei der Wohnungssuche zu bieten, die besondere Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt haben. Das betrifft beispielsweise Menschen, die kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen haben oder aus anderen Gründen keine langfristige, finanzielle Sicherheit vorweisen können, aber auch Menschen, die nicht oder nur in geringem Maße Deutsch sprechen oder mit einer großen Familie nach Wohnraum suchen.

Mit dem Bundesprogramm Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) „Lebendige Regionen“, das über eine Laufzeit von vier Jahren in zwei Projektphasen die Erstellung des WohnPortals ermöglichte, wollten wir bei der KielRegion dazu beitragen, dass genau diese Menschen mehr Unterstützung bei der Wohnungssuche erfahren. Zum einen dadurch, dass sie einen besseren Zugang zu wichtigen Infos und Wohnungsangeboten erhalten und zum anderen dadurch, dass in der Region insgesamt ein strategischer Prozess zur Schaffung von mehr und vor allem mehr bezahlbarem Wohnraum angestoßen wurde.

Für Wohnungssuchende war es uns darüber hinaus ein besonderes Anliegen, die verschiedenen Teilhabemöglichkeiten in der Region sichtbarer zu machen, um das Einleben und die Orientierung vor Ort für alle einfacher und angenehmer zu gestalten. Denn nur wer in einer eigenen Wohnung lebt und weiß, was er oder sie für Angebote in seiner Nachbarschaft nutzen oder an wen er sich bei Bedarf wenden kann, fühlt sich zu Hause und kann sich aktiv in die Region einbringen.

Was sind unsere Ziele?

Mit dem WohnPortal möchten wir dazu beitragen, folgende übergeordnete Ziele zu erreichen:

  • bessere Versorgung von Neuzugewanderten und sozial benachteiligten bzw. von Armut betroffenen Menschen mit angemessenem und bezahlbarem Wohnraum
  • Stärkung und Sichtbarmachung der gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten und Beratungsangebote vor Ort
  • Bereitstellung von zielgruppengerechten Informationen und Hilfestellungen, die den Zielgruppen einen Mehrwert bieten und sie im Such- bzw. Angebotsprozess unterstützen
  • Bekämpfung von Diskriminierung und Rassismus auf dem Wohnungsmarkt
  • Vernetzung und Austausch mit Vertreter/-innen der Wohnungswirtschaft & Immobilienverwaltung, der Kreis- bzw. Stadtverwaltung und sozialen Trägern vor Ort (Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit im Themenfeld)
  • Sensibilisierung politischer und gesellschaftlicher Akteure sowie Vermieter/-innen zum Thema bezahlbarer Wohnraum

Was ist die Ausgangslage?

Die Wohnraumversorgung in der KielRegion ist durch die Landeshauptstadt Kiel als Hochschul- und wichtiger Wirtschaftsstandort schon seit Jahren angespannt. Mit der weiterhin steigenden Anzahl an Studierenden, dem unerwartet starken Anstieg der Zugangszahlen von Geflüchteten in der zweiten Jahreshälfte 2015 und Versäumnissen in der nachhaltigen Förderung von Sozialwohnungen hat sich der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter verschärft, sodass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Dies zeigt nicht zuletzt das immer weiter wachsende öffentliche Interesse an diesem Thema.

Entsprechend stehen die Kommunen, Städte und Kreise in der KielRegion vor der Aufgabe, genügend bezahlbaren Wohnraum für alle Wohnungssuchenden zur Verfügung stellen. Die derzeit herrschende Konkurrenzsituation zwischen verschiedenen Sozialgruppen mit keinem oder nur geringem Einkommen ist nicht nur für die Betroffenen selbst überaus belastend, sondern schadet auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region. Um die Situation von allen Wohnungssuchenden perspektivisch zu verbessern, müssen verschiedene Ansätze und Modelle zur Wohnraumschaffung und -vermittlung ineinandergreifen.

Wie sind wir vorgegangen?

Für die Entwicklung des WohnPortals haben wir mit der Design Thinking-Methode gearbeitet. Diese Methode zeichnet sich vor allem durch ihren partizipativen und kreativen Charakter aus, bei dem die empathische Auseinandersetzung mit der Zielgruppe einen großen Stellenwert einnimmt. Dafür veranstalteten wir Workshops und führten Gespräche mit Wohnungssuchenden und -vermietenden sowie weiteren Akteuren durch, die sich mit der Wohnraumversorgung und Integration der Menschen vor Ort beschäftigen. Darüber hinaus haben wir in der Entwicklungsphase verschiedene sogenannte Prototypen-Tests durchgeführt, um ein stetiges Feedback von der späteren Nutzergruppe zu erhalten und dieses direkt bei der Programmierung berücksichtigen zu können. Mit dem so entstandenen WohnPortal haben wir ein eng an die tatsächlichen Bedarfe orientiertes Produkt entwickelt, das einen echten Mehrwert für die Region und die hier lebenden Menschen bietet.

 

Was geschah in der 1. Projektphase?

In der ersten Phase (2016-2018) des Projekts „Wohnen – Arbeiten – Lernen – Interkommunale Kooperation zur Integration von Geflüchteten“ (kurz „WAL“) wurde die regionale Kooperation bei der Integration von Geflüchteten in der KielRegion durch die Erarbeitung eines Strategie- und Aktionsplans gefördert. Der regionale Strategie- und Aktionsplan fokussiert die derzeitige Situation von Geflüchteten in der KielRegion und zeigt auf, mit welchen gemeinsamen Maßnahmen in der KielRegion und der Stadt Neumünster die Integration von Geflüchteten zeitnah und dauerhaft verbessert werden kann.

Zusammen mit den beteiligten Akteur/-innen wurde entschieden, sich in der folgenden Umsetzungsphase ausschließlich dem Thema Wohnen zu widmen und dieses auf alle Neuzugewanderten und Wohnungssuchenden in der Region als Zielgruppe auszuweiten.

Es wurden zwei wesentliche Einflussfaktoren identifiziert, die für die erfolgreiche Integration von Neuzugewanderten relevant und im Rahmen der Erarbeitung des MOROs perspektivisch umsetzbar sind. Darunter fallen die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum sowie der Zugang zum Wohnungsmarkt. Daneben spielen aber auch mittelbare Größen wie gesellschaftliche Teilhabe und damit gesellschaftliches Engagement eine wichtige Rolle bei der schnellen und dauerhaften Integration der Menschen am Wohnort.

Was ist das MORO „Lebendige Regionen“?

Mit dem Aktionsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung“ (MORO) unterstützt das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) die praktische Erprobung und Umsetzung innovativer, raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis, d. h. mit Akteuren vor Ort, in den Regionen. Es besteht aus zwei Projektphasen mit je zwei Jahren Laufzeit. Insbesondere in der zweiten Projektphase werden konkrete Umsetzungsprojekte erprobt. Das MORO-Forschungsfeld fördert insgesamt 12 Modellvorhaben, die seit Mitte 2016 in drei Runden an den Start gegangen sind.

Das MORO „Lebendige Regionen – Aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ soll in ausgewählten Regionen eine räumlich-funktional ausgerichtete, ganzheitliche, auf künftige Entwicklungen fokussierte Regionalentwicklung stärken. Der Sicherung der Daseinsvorsorge, die für die Menschen vor Ort unmittelbar wahrnehmbar ist, kommt mit Blick auf die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse eine besondere Bedeutung zu. Aus einer ganzheitlichen Perspektive sind weitere Bereiche der Regionalentwicklung wie Wirtschaft und Arbeitsplätze, finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen oder die ökologische Situation ebenfalls zu beachten, damit die Regionen ihre Lebendigkeit erhalten und für die Bevölkerung und Unternehmen weiterhin attraktiv bleiben.

Weitere Informationen zum MORO Lebendige Regionen finden Sie hier.

 

Projektlaufzeit der 2. Phase: 1. September 2018 bis 31. August 2020

Fördervolumen: 200.000 €

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