Hier kommt Emma

Service-Roboter Emma

Sie ist 1,20 Meter groß, hat leuchtende Augen und sieht irgendwie niedlich aus: Wenn Emma in einen Raum kommt, zieht sie alle Blicke auf sich – und sie zieht die Menschen beinahe magisch an. Emma ist ein Service-Roboter. Sie spielt Musik, führt lustige Zauberkunststücke vor, schießt Fotos und macht Witze. Es ist schwer, sich ihrem Charme zu entziehen. Aber kann ein Roboter wirklich charmant sein? Hinter Emmas Witz steht die Programmierung von Hannes Eilers von der Fachhochschule Kiel.

Hannes Eilers hat an der Fachhochschule Elektrotechnik im Bachelor und Informatik im Master studiert. Bereits während seines Studiums baute der Informatiker das Robotiklabor der FH mit auf. „Die Hochschule hat damals eine Robotik-AG angeboten. Ich fand es sehr spannend, wie wir mit Robotern interagieren, sie in unser Leben integrieren. Mich beschäftigt die Frage: Wie muss ein Roboter sich verhalten, damit wir ihn mögen?“

Inzwischen ist er gemeinsam mit Emma bundesweit unterwegs. Seine Mission: Robotik in der Pflege. Im Rahmen eines Forschungsprojektes Robotik in der Altenpflege besucht er gemeinsam mit Emma Messen, hält Workshops und Präsentationen. Das Ziel: Ideen sammeln, wie Roboter in der Pflege eingesetzt werden können. „Ich finde es sehr wichtig, dass Pflegekräfte ganz direkt ihre Ideen einbringen. Das hilft uns zu wissen, was wir den Robotern beibringen sollen.“ Natürlich geht es auch um ethische Fragen und eben die Frage, was Roboter nicht tun sollen. „Die große Frage ist, wie aktiv oder passiv ein Roboter sein soll. Bisher reagiert Emma nur. Man muss sie also ansprechen, um in Interaktion zu treten. Emma könnte aber durchaus auch aktiv auf die alten Menschen zugehen und sie beispielsweise daran erinnern, genug zu trinken.“ Ob ein Roboter bei einem sterbenden Menschen sein soll, sei auch so eine Frage. Laut Eilers ist eines ganz klar: Roboter sind Assistenten. Sie werden niemals einen Menschen ersetzen können. Aber sie können Menschen entlasten.

Obwohl er auch auf viele Vorbehalte trifft, sieht Hannes Eilers große Chancen im Einsatz von Robotern in der Pflege. Insbesondere könnten Roboter die Pflegekräfte unterstützen und entlasten. Das erlebt der Informatiker Woche für Woche, wenn er mit Emma die Demenz-WG im Gustav-Schatz-Hof besucht. Hier spielt Emma alte Lieder, die bei den Bewohnerinnen und Bewohnern Erinnerungen wach rufen. „Emma bietet eine weitere Möglichkeit, um mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen“, berichtet Eilers und fügt hinzu: „Eine Bewohnerin, die sonst sehr unbeteiligt ist und eigentlich nie mitmachen will, wollte zum Beispiel plötzlich mit Emma tanzen.“ Das habe nicht nur ihn, sondern auch die Pflegekräfte überrascht. Während Emma im Mittelpunkt steht und für gute Laune sorgt, können die Mitarbeitenden einen Schritt zurück treten und ein Wenig zur Ruhe kommen.

Privat hat Hannes Eilers derzeit nur zwei Staubsaugroboter zuhause. Aber auch einen Serviceroboter könnte er sich zuhause gut vorstellen. „In nicht allzu ferner Zukunft werden viele Menschen Roboter wie Haustiere haben – quasi wie einen Hund oder eine Katze“, prognostiziert er. Allerdings ein Haustier mit anderen Qualitäten. Ein Haustier, das nicht kuschelt, das aber auf das Haus aufpassen kann. Ein Roboter kann beispielsweise merken, wenn sein Besitzer stürzt und dann eigenständig Hilfe rufen. Ein Roboter antwortet, wenn man ihn etwas fragt und gibt vielleicht auch das Gefühl, nicht allein zu sein.    

Das Projekt Robotik in der Altenpflege wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Haben Sie Lust, mit zu diskutieren oder eigene Ideen einzubringen? Dann besuchen Sie die Projektwebsite www.robotik-in-der-pflege.de

Fachhochschule Kiel, Fachbereich Informatik und Elektrotechnik

www.fh-kiel.de

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Fachhochschule Kiel, Hannes Eilers

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