Köstliche Tropfen aus Gottesgabe

Nordisch Bitter

Eine fruchtige Note in der Nase, ein intensives Kirscharoma auf der Zunge. Die Früchte für dieses Geschmackserlebnis wachsen auf der Obstwiese der Familie Grimm in der kleinen Ortschaft Gottesgabe. Am sonnigen Westhang stehen Bäume und Sträucher mit aromatischen Früchten auf vier Hektar Land. Vor 15 Jahren haben Gudrun und Friedrich Grimm das Obst mit Bedacht angebaut, um in ihrer Destillerie ausschließlich per Handarbeit leckere Destillate, Digestifs und Liköre zu brennen. Ein traditionelles Brenngerät, das mit einer Holz-Feuerstelle beheizt wird, schont die Aromen und macht die Köstlichkeiten zum einzigartigen Genuss.

Von der Idee zum fertigen Produkt

2002 eröffneten Gudrun und Friedrich Grimm die erste Obstbrennerei Schleswig-Holsteins. „Wir haben viele Früchte probiert und schließlich die Edelreiser der Bäume mit den aromatischten Früchten in einer Baumschule vermehren lassen, um sie auf unserer Obstwiese anzupflanzen“, erzählt Gudrun Grimm. Die studierte Ökotrophologin absolvierte einen Brennerkurs an der Universität Hohenheim und las sich zusätzliches Wissen an. In Büchern aus dem 17. Jahrhundert fand sie wertvolle Informationen, die ihr bei der Produktentwicklung halfen. „Es war ein langer Weg bis die Rezepte ausgereift waren. Aber es hat sich gelohnt – der Geschmack spricht für sich“, erklärt Gudrun Grimm stolz.

Von Sterneköchen empfohlen

Durch Empfehlungen wurde Sternekoch Jens Rittmeyer auf die leckeren Tropfen der Familie Grimm aufmerksam. Besonders der Digestif „Nordisch Bitter“ mit seiner fruchtigen Note aus der Apfelbeere Aronia, abgerundet mit intensiven Kräutern, tat es dem Koch an. Er empfahl den Digestif dem Chef Sommelier Thomas Kallenberg aus dem Kai 3 auf Sylt und dieser war sofort begeistert: „…regional, authentisch, individuell – einfach anders!“ Auch Sternekoch Robert Stolz ist begeistert. Deshalb kann man die Produkte der Destillerie Gottesgabe auch im Restaurant Vier Jahreszeiten in Hamburg genießen.

Zwei Generationen arbeiten Hand in Hand

Qualität braucht ihre Zeit. Zehn Jahre muss ein Baum wachsen bis er die richtige Größe erreicht hat und die leckersten Früchte trägt. Seit 2015 ernten Tochter Julia Seeliger und ihr Mann Axel Seeliger die Früchte der von Gudrun und Friedrich Grimm gepflanzten Bäume. Gemeinsam arbeitet die Familie an einer guten Qualität aus ökologisch angebauten Früchten. Julia Seeliger erklärt: „Mein Mann und ich übernehmen zwar die Destillerie, meine Eltern werden uns aber weiter tatkräftig unterstützen. Im Moment ist eine Arbeit im Vollerwerb noch nicht möglich, da die Erträge aus der Ernte zu sehr schwanken und wir nicht in Massen produzieren können. Unser Ziel ist es zu wachsen und wir haben bereits neues Land gekauft, um mehr Früchte anbauen zu können.“ Das Land teilt sich Familie Seeliger mit einer Naturschutzstiftung. Der ehemalige Maisacker hat über die Jahre fast vollkommen an Nährstoffen verloren. Zusammen wollen sie den Acker wieder zum Leben erwecken.

Der Natur etwas zurückgeben

Die Natur liegt der Agrarbiologin Julia Seeliger besonders am Herzen. Das Insektensterben bereitet ihr Sorge, da Wildbienen sehr wichtig sind für die Bestäubung der Blüten. Julia Seeliger und ihr Mann fingen an, Wildbienen zu züchten. Sie bauten aus einem alten Hausbalken ein Bienennest, kauften 120 Bienenkokons und züchteten ihre eigene Population. Im zweiten Jahr mussten sie bereits ein zweites Zuhause für die vielen Bienen bauen. Dank der zahlreichen Bienen tragen die Kornelkirschen den dreifachen Ertrag. „Wir haben der Natur mit der Wildbienenzucht nur ein wenig auf die Sprünge geholfen und bekommen durch die besser ausfallende Ernte so viel zurück“, sagt Julia Seeliger. Auch immer mehr Vögel, Insekten und Schlangen finden auf der natürlichen Wiese einen Lebensraum. Diese Tiere haben hohe Ansprüche; ihr Ansiedeln spricht für die gesunde Umgebung.

Schaubrennen

Das Brennen erfordert viel Zeit, viel Erfahrung und eine gute Nase. Ein Destillat unterscheidet sich in Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Während des Brennvorgangs wird das Destillat in verschiedene Fraktionen abgefüllt und dann heißt es schnuppern. Der Geruch verrät, wann der Mittellauf – das Herzstück – beginnt. „Beim Schaubrennen können Interessierte sehen, riechen und schmecken wie ein Destillat entsteht“, sagt Julia Seeliger. Ihr macht es Spaß den Besucher*innen einen Einblick in die Welt des Brennens zu geben. Wer jetzt neugierig geworden ist und sich für das nächste Schaubrennen anmelden möchte, kann sich bei Familie Seeliger über die genauen Termine informieren: http://www.destillerie-gottesgabe.de/?page_id=119

Destillerie Gottesgabe

Der kleine Zwei-Generationen-Betrieb stellt leckere Destillate, Digestifs und Liköre in bester Qualität in Handarbeit her und das schmeckt man. Die feinen Tropfen können Sie über die Website bestellen:

www.destillerie-gottesgabe.de

Impressionen

Aronie Ernte
Julia und Axel Seeliger
Kirschpflaume
Likör Kornelkirsche
Bäume: Wildkirschen im Frühling
Familie Grimm und Seeliger