Ausweitung der SprottenFlotte in der KielRegion

Einfach, flexibel, kostengünstig und ohne eigenes Rad vor Ort ans Ziel kommen: Die SprottenFlotte steht seit April 2021 auch in Eckernförde und Rendsburg sowie seit Juli 2021 in Preetz und seit Oktober 2021 in Plön zur Verfügung. Das Bikesharing-System der KielRegion hat sich in Kiel und im Umland bereits in den ersten Jahren zu einer wichtigen Ergänzung des ÖPNVs entwickelt. „Viele Menschen nutzen die SprottenFlotte für die letzte Meile zum Beispiel vom Bahnhof zum Zielort. Zukünftig können die Menschen in der Region aber auch mit einer flotten Sprotte zum Beispiel von Eckernförde nach Kiel oder auch nach Preetz fahren – und zurück den Zug nehmen“, sagt Ulrike Schrabback, Geschäftsführerin der KielRegion GmbH: „Was wir als KielRegion GmbH anstreben, sind Lösungen für die gesamte Region und entsprechend auch ein regionales Bikesharing-System. Deshalb freuen wir uns ganz besonders über die Ausweitung der SprottenFlotte in Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg.“

Politik und Verwaltung in Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg haben sich von Anfang an stark gemacht für einen Start der SprottenFlotte in den Städten. Die Städte haben je nach Größe des Systems Gelder für die Jahre bis 2025 in ihre Haushalte eingestellt.

Die SprottenFlotte als regionales System

Im Juli 2019 startete das Bikesharing-System der KielRegion mit 17 Stationen und 150 Fahrrädern in einer Testphase in Kiel und im Kieler Umland. Ende 2022 waren gut 70.000 Nutzer*innen registriert und konnten rund 700 Räder an ca. 115 Stationen im Stadtgebiet Kiel, in Altenholz, Kronshagen, Molfsee, Mönkeberg, Schönkirchen, Heikendorf und Laboe sowie Eckernförde, Rendsburg, Preetz und Plön ausleihen. Durchschnittlich wurde 2022 jedes Rad rund zwei Mal täglich ausgeliehen.  „Es ist großartig, dass Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg die Ausweitung der SprottenFlotte aktiv unterstützen“, sagt Jana Haverbier: „Gemeinsam setzen wir so ein Zeichen, was auf regionaler Ebene möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Weitere Stationen in Kooperation mit Unternehmen sowie weiteren Kommunen sind geplant.

„Der Fang und das Räuchern von Sprotten haben in der Fischerstadt Eckernförde eine lange Tradition. Das umweltbewusste Ostseebad ist ein beliebter Start- und Zielpunkt für Radtourist*innen. Es ist uns daher eine besondere Freude, ein Mobilitätsangebot mit dem passenden maritimen Namen zu etablieren“, sagt Jörg Sibbel, Bürgermeister von Eckernförde. Seine Erwartung und das mit der Einführung eines Bikesharings verbundene Ziel sind klar: „Wir erhoffen uns, dass Tourist*innen und Einheimische die SprottenFlotte für eine Tour durch die Stadt oder auf dem Weg ins Büro nutzen. Ziel ist, dass wir gemeinsam zur notwendigen Mobilitätswende beitragen und das Auto zunehmend stehen lassen. Mir selbst gelingt dies z. B. regelmäßig in Fahrradurlauben mit meiner Ehefrau. Warum nicht also auch mal im Alltag auf die SprottenFlotte umsteigen. Die Umwelt wird es uns danken.“

In Eckernförde stehen derzeit (Dez 2022) rund 80 Fahrräder an 14 Stationen bereit.

„Die SprottenFlotte kann eine große Hilfe bei der Umsetzung einer fast autofreien Innenstadt in Plön sein. So werden die etwas außerhalb gelegenen Sammelparkplätze für alle interessant,“ erklärt Lars Winter, Bürgermeister in Plön : „Plön ist für den Fahrradverkehr hervorragend geeignet. Ich selbst bin, außer in den Wintermonaten, immer mit dem Rad unterwegs. Dienstlich wie auch privat.“

In Plön stehen derzeit (Dez 2022) rund 30 Fahrräder an 6 Stationen bereit.

„Die Stadt Preetz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Dass dazu auch eine Stärkung des Radverkehrs notwendig ist, liegt auf der Hand. Es ist daher sehr passend, dass Preetz Standort für die SprottenFlotte wird“, sagt Björn Demmin, Bürgermeister in Preetz: „Das System ist einfach, günstig und zudem noch sehr komfortabel. Wir erhoffen uns, dass die SprottenFlotte auch in unserer Kleinstadt funktioniert und von den Preetzerinnen und Preetzern, Pendelnden und Gästen fleißig genutzt wird.“

In Preetz stehen derzeit (Dez 2022) rund 50 Fahrräder an 10 Stationen bereit.

„Ich freue mich auf die Fahrräder der SprottenFlotte! In Rendsburg ist alles prima mit dem Fahrrad zu erreichen und es macht Spaß, die Stadt klimafreundlich, entspannt, sicher und staufrei per Rad zu erkunden. Auch für die vielen Besucherinnen und Besucher unserer Stadt bietet die SprottenFlotte Bewegungsfreiheit“, erklärt Janet Sönnichsen, Bürgermeisterin in Rendsburg: „Die Fahrräder der SprottenFlotte bringen mehr Mobilität und Flexibilität in die Stadt und das System etabliert sich auch in der Umgebung, z.B. in Fockbek und Eckernförde. Das erweitert die Nutzungsmöglichkeiten und erleichtert es auch Berufspendler*innen umzusteigen.“

In Rendsburg stehen derzeit (Dez 2022) rund 55 Fahrräder an 10 Stationen bereit.

Auch in Kiel und den Umlandgemeinden wird die SprottenFlotte verstetigt und ausgebaut. So konnten alle bestehenden Unternehmenskooperationen verlängert oder gar ausgebaut werden. „Wir haben mit der SprottenFlotte innerhalb kürzester Zeit eines der attraktivsten Bikesharing-Systeme Deutschlands geschaffen“, sagt Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Die SprottenFlotte wird als umweltfreundliche Alternative zum Auto sehr gut angenommen. Die Ausweitung in die KielRegion bringt in Zukunft noch mehr Flexibilität, um auf den Umweltverbund umzusteigen“.

Die erste halbe Stunde ist kostenlos

Mit den flotten Sprotten kommt man flexibel und kostengünstig ans Ziel. Die erste halbe Stunde jeder Fahrt auf Standardrädern ist kostenlos. Dieses Preismodell haben die KielRegion und ihre Partner bewusst gewählt, um möglichst viele Menschen zum Umsteigen auf die flotten Sprotten zu bewegen. „Ein Bikesharing-System ist für die Städte und Kommunen rein finanziell kein gewinnbringendes Geschäftsmodell“, erklärt Ulrike Schrabback: „Es geht um andere Vorteile: Die Entlastung der Straßen, einen Service für Bewohner*innen und Tourist*innen zu bieten und die Attraktivität der Region zu steigern.“

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur förderte die Ausweitung der SprottenFlotte im Rahmen des „Nationalen Radverkehrsplan 2020 – Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln“ (NRVP). Außerdem beteiligen sich die Städte und Gemeinden sowie Unternehmen an den Kosten.

„Die Fördermittel machen es uns möglich, das System in der KielRegion attraktiv zu gestalten und in der Öffentlichkeit zu bewerben, die notwendigen Personalkosten zu finanzieren und die 30 Minuten Freifahrt sowohl für die Städte und Gemeinden als auch für die Nutzer*innen anbieten zu können“, erklärt Martin Kliesow, Teamleiter des Regionalen Mobilitätsmanagements KielRegion.

Die Zukunft der SprottenFlotte

Ziel für die nächsten Jahre ist es, die SprottenFlotte als regionales Bikesharing weiter auszubauen und damit noch mehr Menschen für das Fahrradfahren zu begeistern. „Nicht zuletzt wollen wir dazu beitragen einen Teil der Autopendler*innen-Verkehre auf den ÖPNV zu verlegen, wobei die SprottenFlotte dazu dient, die letzte Meile zurück zu legen“, erklärt Martin Kliesow: „Dabei wird die Herausforderung immer sein, ausreichend Stationen und Räder anzubieten und zugleich die Kosten möglichst gering zu halten.“

Leitfaden zur Planung und Umsetzung eines regionalen Bikesharings am Beispiel der SprottenFlotte

In einem Leitfaden hat die KielRegion GmbH ihre Erfahrungen aus knapp vier Jahren Betrieb eines erfolgreichen regionalen Bikesharing-Betriebs zusammengefasst. Dieser Leitfaden soll Kommunen und Regionen inspirieren, nachhaltige Mobilitätsangebote für möglichst viele Menschen in der Stadt und auf dem Land zu schaffen.

Förderung

Die Ausweitung der SprottenFlotte nach Eckernförde, Plön, Preetz und Rendsburg wurde von 2020 bis 2022 durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 gefördert.