Deutsch-dänisches Projekt SARA gibt Anregungen für nachhaltiges Wirtschaften

Aus dem KielRegion-Team führte Mandy Drebold durch die Veranstaltung

Welche Erfolgsbeispiele bietet unsere Region für eine nachhaltige Wirtschaft? Und was machen unsere dänischen Nachbarn in dem Bereich? Diesen und weiteren Fragen stellte sich am Donnerstag das Team des deutsch-dänischen Projekts SARA auf dem offiziellen Eröffnungsevent. SARA hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDG) in der regionalen Wirtschaft fördern.

Sieben Referent/-innen aus deutschen und dänischen Unternehmen und Verwaltungen berichteten dazu über ihre erprobten Ansätze. Die zweistündige Online-Veranstaltung mit rund 70 internationalen Besuchern bot ein abwechslungsreiches Programm aus Präsentationen, Live-Umfragen und Austausch zu Nachhaltigkeit in der Unternehmenspraxis.

„Im Privatleben vieler Menschen ist das Thema Nachhaltigkeit längst angekommen. Es gibt zahlreiche Vorschläge dafür, was jeder Einzelne beitragen kann. Allerdings zielen wenige dieser Hilfestellungen konkret auf Unternehmen ab,” sagt Mandy Drebold vom SARA-Projektpartner KielRegion GmbH, die durch die Veranstaltung führte: „Viele Organisationen wollen sich umwelt- und klimafreundlicher aufstellen und sich für eine zukunftsgerichtete Lebensweise stark machen. Genau hier setzen wir mit SARA an.”

Vielfältige Einblicke in Unternehmen und Verwaltungen

„Unser Nachhaltigkeitsverständnis beruht auf drei Säulen: globale und lokale Verantwortung verbinden, das Prinzip ‚Leave no one behind‘ und der inhaltliche Fokus auf Klimaschutz und Mobilitätswende“, erklärt Referentin Lisa Eglhofer, Mitarbeiterin Internationales & Nachhaltigkeit bei der Stadt Kiel. Wie eine Region mit den Nachhaltigkeitszielen arbeiten kann, veranschaulicht außerdem die Region Süddänemark, die ihre Projekte dazu mit klaren Fakten und Daten untermauert – auf Dänisch, denn die Veranstaltung wurde simultan auf Deutsch und Dänisch übersetzt.

Verknüpfung von Nachhaltigkeit mit Geschäftspotenzial

Wie Unternehmen vorgehen können, zeigen das Chemie-Unternehmen Worlée aus Lauenburg und das dänische Start-Up Pero Solutions. Als klassisches Unternehmen der chemischen Industrie steht Worlèe vor besonderen Herausforderungen, wenn es um eine nachhaltige Ausrichtung geht. Barbara Eschke, Leitung Nachhaltigkeitsmanagement Worlèe, präsentierte unter anderem, wie durch gemeinsames Anpacken erfolgreich nachhaltige Lieferketten entwickelt wurden.

Dass eine nachhaltige Ausrichtung von Unternehmen außerdem eng mit dem Geschäftspotenzial verknüpft ist, verdeutlichte Stine Kirstein Junge vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNPD) in ihrer inspirierenden Keynote zu Beginn der Veranstaltung.

SARA – ein Aufruf zur Zusammenarbeit

SARA steht für „Sustainable Development Goals – Adaption, Regionalisierung und Aktivierung“. Ziel des Projekts ist es, den globalen Ansatz der UN-Nachhaltigkeitsziele auf die regionale Ebene zu bringen, ihn an die Gegebenheiten und Organisationen vor Ort anzupassen und in der Praxis anzuwenden. Die Vereinten Nationen entwickelten die 17 Ziele im Jahr 2015, um die Umwelt zu schützen, extreme Armut zu beenden sowie Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

„Die SDGs bieten eine globale Agenda für nachhaltige Entwicklung, um den weltweiten Herausforderungen entgegentreten zu können. Das SARA-Projekt ist daher auch ein Aufruf zur Zusammenarbeit, damit wir gemeinsam eine attraktive und nachhaltige Region entwickeln können", erklärt Olav Sønderskov, leitender Partner von SARA und Senior Berater bei der Region Süddänemark.

Partner aus Deutschland und Dänemark

Die deutsch-dänische Zusammenarbeit spielt im Projekt eine zentrale Rolle. Die grenzüberschreitende Plattform ermöglicht noch mehr Austausch von Wissen und beispielhaften Projekten. Drei dänische und drei deutsche Partnerorganisationen haben den Projektantrag gestellt und setzen ihn nun um. Darüber hinaus unterstützen zwölf Netzwerkpartner mit Expertenwissen und konstruktiver Beratung die Projektaktivitäten. SARA wird gefördert von Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Projekt-Website: www.sara-interreg.eu