Hilfen in der Corona-Krise

Übersicht: Hilfen in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie und die amtlich verfügte bundesweite Kontaktsperre treffen sowohl die Menschen wie auch die Wirtschaft in der KielRegion hart. Nach dem Einzelhandel, dem Gastgewerbe und dem Tourismus spüren mit Zunahme der Einschränkungen auch weitere Branchen starke finanzielle Auswirkungen. Um die negativen Folgen in der KielRegion abzufedern, setzt die KielRegion GmbH sich dafür ein, innovative Lösungen im Umgang mit der Krise zu unterstützten und Informationen zu den milliardenschweren Förderprogramme des Bundes und der Landesregierung Schleswig-Holstein an die Bürgerinnen und Bürger sowie an die Unternehmen zu bringen.

Die KielRegion GmbH gibt Ihnen nachfolgend eine Zusammenfassung der zur Verfügung stehenden Unterstützungsmöglichkeiten und der Ansprechpartner/-innen, darüber hinaus finden Sie hier Kooperations- und Vernetzungsmöglichkeiten für Bürger/-innen und Unternehmen.

Auskünfte über die Bundes- und Landesprogramme sowie über die Entschädigungsansprüche erteilen die KielRegion Fachkräfte- und Förderberater Fiete Mikschl und Ruth Jakobs per E-Mail, online oder telefonisch.

Für Kiel und den Kreis Plön:

Fiete Mikschl: f.mikschl(at)kielregion.de, Telefon: 0172 146 31 02

Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde und die Stadt Neumünster:

Ruth Jakobs: r.jakobs(at)kielregion.de, Telefon: 0170 220 19 26


Bürger/-innen und Betriebe

Hilfen für Bürger/-innen und Betriebe

Mit der weiteren Ausbreitung des SARS-COV-2-Virus spüren immer mehr Bürgerinnen und Bürger finanzielle Belastungen durch Quarantäne, Kinderbetreuung und Kurzarbeit, die zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Verdienstausfall durch Quarantäne

Wer sich aufgrund eines Kontaktes zu einer an Covit-19 erkrankten Person zuhause isolieren muss, erhält 67% des Nettoverdienstausfalls über bis zu 6 Wochen vom Landesamt für Soziale Dienste. Die Antragstellung erfolgt über den Arbeitgeber. Informationen und das Antragsformular finden Sie unter:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/Infektionsschutzgesetz/Infektionsschutzgesetz.html

Verdienstausfall durch notwendige Kinderbetreuung

Bürger/-innen, die infolge der Kita- und Schulschließungen ihre Kinder betreuen müssen, erhalten ebenfalls 67% des Nettoverdienstausfalls über bis zu 6 Wochen, wenn keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Die Kinder müssen unter 12 Jahre alt sein oder eine Behinderung haben, die eine Betreuung erzwingt. Ein Antragsformular ist noch nicht online gestellt. Informationen erhalten Bürger/-innen und Unternehmen unter:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LASD/Aufgaben/Infektionsschutzgesetz/Infektionsschutzgesetz.html

Notfall-Kindergeldzuschlag

Um unvorhergesehene Einkommenseinbußen in Familien abzuschwächen, z. B. bei Kurzarbeit, können Familien bei der Kindergeldkasse einen Zuschlag zum Kindergeld von bis zu 185 Euro für jedes Kind erhalten. Wer bereits einen Zuschlag erhält, kann eine Prüfung der Höhe beantragen. Die Vermögensprüfung entfällt in den meisten Fällen. Die Regelung gilt ab dem 1. April 2020. Um den Kindergeldzuschlag für April zu erhalten, reicht eine Antragstellung bis zum 30. April 2020.

Informationen, ein Tool zur Anspruchsprüfung und den Online-Antrag finden Betroffene auf der Seite der Agentur für Arbeit:

https://con.arbeitsagentur.de/prod/kiz/ui/start

Soloselbstständige

Vielen Soloselbstständigen brechen zurzeit die Aufträge weg. Ihre Dienstleistungen können meist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder sogar ganz gestrichen werden. Wenn die Einkommensgrundlage schwindet, haben Soloselbstständige mehrere Möglichkeiten, Unterstützung zu beantragen: aus dem Corona-Soforthilfeprogramm, Arbeitslosengeld I von der Agentur für Arbeit oder Arbeitslosengeld II vom Jobcenter.

Corona-Soforthilfeprogramm der IB.SH

Soloselbstständige, die ein Unternehmen ohne Angestellte betreiben, können auf die Mittel der Corona-Soforthilfe zurückgreifen, wenn ein Liquiditätsengpass bei den Betriebskosten vorliegt. Sie erhalten bis zu 9.000 Euro nicht rückzahlbaren Zuschuss für drei Monate. Den Antrag und eine kurze Anleitung finden Betroffene auf der Seite der IB.SH. Seit dem 2.4.20 können Anträge online gestellt werden. Den Liquiditätszuschuss erhalten ebenfalls Bezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II.

https://www.ib-sh.de/produkt/corona-soforthilfe-programm/

Sonderbonus für Pflegekräfte

Das Land Schleswig-Holstein plant die Zahlung von 1.500 Euro Bonus an alle Pflegekräfte, falls das Bundesfinanzministerium auf die Belastung mit Steuern verzichtet. Das Signal, die Bonuszahlung steuerfrei halten zu wollen, ist bereits ergangen.

Arbeitslosengeld I der Agentur für Arbeit

Wer erst kurze Zeit selbstständig ist und Leistungen zum Lebensunterhalt benötigt, erhält bei Vorliegen der Anspruchsberechtigung Arbeitslosengeld I von der Agentur für Arbeit. Die Höhe liegt bei 60% des letzten sozialversicherungspflichtigen Einkommens für Kinderlose, bei 67% für Eltern. Eine Anspruchsberechtigung liegt in der Regel vor, wenn ein Selbstständiger innerhalb der letzten 30 Monate (Rahmenfrist) für mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Die Rahmenfrist kann auch kürzer sein, z.B. nur 12 Monate, in denen 6 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nachweisbar sind. Dies wirkt sich jedoch auf die Monate aus, die ein Antragsteller Arbeitslosengeld erhält. Die Beschäftigung muss dabei nicht zwingend an einem Stück erfolgt sein.

Wer in den vergangenen 4 Jahren nur einen Teil seines Arbeitslosengeldanspruchs verbraucht hat, sollte seinen Restanspruch prüfen lassen.

Die Agentur für Arbeit bittet betroffene Bürger/-innen, ihre Anträge möglichst online zu stellen.

https://www.arbeitsagentur.de/privatpersonen

Arbeitslosengeld II der örtlichen Jobcenter

Wer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat, der beantragt Arbeitslosengeld II beim Jobcenter. Die Vermögensprüfung wurde für die Zeit der Corona-Krise ausgesetzt, so dass nun Soloselbstständige nicht zunächst ihre Rücklagen aufbrauchen müssen. Das bedeutet  abweichend von der bisherigen Regelung im Sozialgesetzbuch II § 9 wird Vermögen für die Dauer von sechs Monaten nicht berücksichtigt. Dies gilt nicht, wenn das Vermögen offenbar erheblich ist. Es wird indes vermutet, dass kein erhebliches Vermögen vorhanden ist, wenn die Antragstellerin oder der Antragsteller dies im Antrag erklärt. Ebenso entfällt die Prüfung der Wohnsituation für 6 Monate.  Auskunft gibt das lokale Jobcenter, das über die Dachseite der Jobcenter zu finden ist.

https://www.jobcenter-ge.de/

Antrag auf Arbeitslosengeld II: https://www.arbeitsagentur.de/arbeitslosengeld-2/arbeitslosengeld-2-beantragen

Die monatlichen Bedarfssätze seit dem 1. Januar 2020 (zuzüglich Mietkosten):

432 Euro

für Alleinstehende, Alleinerziehende und Volljährige mit minderjährigem Partner

389 Euro

für volljährige Partner

345 Euro

für Volljährige bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres (18 bis 24 Jahre), Personen unter 25 Jahren, die ohne Zusicherung des des kommunalen Trägers umziehen (15 bis 24 Jahre)

328 Euro

für Kinder bzw. Jugendliche im 15. Lebensjahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (14 bis 17 Jahre) und minderjährige Partner

308 Euro

für Kinder ab Beginn des 7. Lebensjahres bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres (6 bis 13 Jahre)

250 Euro

für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres (0 bis 5 Jahre)

Quelle: http://www.jobcenter-heidenheim.de/aktuelles/erhohung-der-alg-ii-regelsatze-ab-2020/

Künstler/-innen und Autor/-innen

Die Künstlersozialkasse bietet auf ihrer Corona-Informationsseite Informationen zu Zahlungserleichterungen und Zahlungsaufschub an.

https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/meldungen.html


Arbeitsrechliche Änderungen

vorrübergehende Änderungen im Arbeitsrecht

Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen

Arbeitnehmer/-innen können jetzt in einem erweiterten Branchenspektrum zur Sonn- und Feiertagsarbeit herangezogen werden:  

  • Produktion und Distribution von Waren des täglichen oder regelmäßigen Bedarfs
  • Produktion und Distribution von Produkten, die zur Eindämmung der Pandemie benötigt werden
  • medizinische Behandlung und Versorgung

Bei Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen muss innerhalb von 20 Wochen ein Ersatzruhetag gewährt werden.

Abweichung von der täglichen Höchstarbeitszeit

In vielen zusätzlichen Branchen können Unternehmen während der Corona-Krise die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 auf 12, ja sogar auf 14 Stunden ausweiten. Die Ausweitung ist bis zum 19.4.20 befristet.

Tätigkeiten bzw. Branchen mit einer Höchstarbeitszeit von 12 Stunden täglich:

  • Verkehrsbetriebe
  • Energie- und Wasserversorgung, Abfall- und Abwasserbetriebe
  • Bewachungsgewerbe und Bewachung von Betriebsanlagen
  • Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung von Datennetzen und Rechnersystemen
  • Verkaufstätigkeiten im Groß- und Außenhandel für Lebens- und Futtermittel, Getränkemärkte, Drogerien, Abohl- und Lieferdienste für Lebensmittel
  • Förderbanken zur Umsetzung des Corona-Soforthilfe-Programms

Tätigkeiten bzw. Branchen mit einer Höchstarbeitszeit von 14 Stunden täglich:

  • Not- und Rettungsdienste, Feuerwehr
  • Tätigkeiten, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sowie der Funktionsfähigkeit von Gerichten und Behörden sowie der Verteidigung dienen
  • Tätigkeiten in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen
  • Tätigkeiten beim Rundfunk, bei Nachrichtenagenturen und weiteren tagesaktuellen Presseerzeugnissen
  • Tätigkeiten in der Landwirtschaft und Tierhaltung sowie in Einrichtungen zur Behandlung und Pflege von Tieren
  • Verkaufstätigkeit in Apotheken

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen

Sofortprogramm des Landes Schleswig-Holstein für KMU mit bis zu 10 Mitarbeiter/-innen

Kleinunternehmen bis zu 10 Mitarbeiter/-innen erhalten je nach Größe bis zu 9.000 Euro (bis 5 Mitarbeiter/-innen) bzw. bis zu 15.000 Euro (zwischen 5 und 10 Mitarbeiter/-innen) Zuschuss bei durch die Corona-Krise bedingten Liquiditätsengpässen. Betroffene füllen unkompliziert den Online-Antrag der Investitionsbank SH aus. Doch es besteht keine Eile: Für die Antragstellung haben Unternehmen bis Ende April Zeit. Es kann sogar sinnvoll sein, noch etwas zu warten, falls der Liquiditätsengpass noch gar nicht genau definiert werden kann, z.B. in Branchen, in denen sich die Corona-Krise erst mit Verzögerung abbildet. Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.ib-sh.de/produkt/corona-soforthilfe-programm/

Hier finden Sie den Online-Zugang zum Antrag: https://foerderprogramme.ib-sh.de/FPG/antrag.aspx

Sofortprogramm des Landes Schleswig-Holstein für KMU mit 10 bis 50 Mitarbeiter/-innen

Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeiter/-innen erhalten ab dem 14.4.2020 ebenfalls Unterstützung aus dem Sofortprogramm des Landes. Die Höchstgrenze des Zuschusses beträgt 30.000 Euro. Die IB.SH hat bisher noch keine Richtlinie für das Programm veröffentlicht.

Darlehen für KMU mit weniger als 250 Mitarbeiter/-innen

Im Programm Schleswig-Holstein-Finanzierungsinitiative für Stabilität können KMU mit weniger als 250 Mitarbeiter/-innen Darlehen bis zu 2.000.000 Euro erhalten, wenn die Kapitalbasis sichergestellt ist. Darlehen bis zu 750.000 Euro stellen die beteiligten Förderinstitute des Landes Schleswig-Holstein (Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein, Investitionsbank Schleswig-Holstein, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein) im Expressverfahren innerhalb von fünf Arbeitstagen bereit. Unternehmen wenden sich an ihre Hausbank. Das Programm ist bis 31. Dezember 2020 befristet.

https://www.mbg-sh.de/schleswig-holstein-finanzierungsinitiative-fuer-stabilitaet/

Hotel,-Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe

Der IB.SH Mittelstandsfonds unterstützt die in der Corona-Krise besonders hart getroffenen Hotel-, Beherbergungs- und Gaststättenbetriebe. Dafür hat das Land Schleswig-Holstein ein für die ersten fünf Jahre zinsloses Kreditprogramm aufgelegt, das der HoGa-Branche hilft, die Krisenzeit zu überbrücken. Unternehmen können zwischen 15.000 Euro und 750.000 Euro beantragen.

https://www.ib-sh.de/produkt/mittelstandssicherungsfonds/

BAFA: 100% Beratungsförderung für Gründer und KMU

Um die Corona-Krise unternehmerisch in den Griff zu bekommen, können KMU auf Beratungsangebote zurückgreifen. Das Beratungsformat „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermöglicht Beratung für Unternehmen mit einer Förderung von bis zu 4.000 Euro. Die Kosten werden zu 100% erstattet. Bislang gibt es noch keine Informationen auf der Homepage, die Anträge liegen jedoch bereits vor.


Alle Unternehmen

Hilfen für alle Unternehmen

Als wichtigstes Instrument zur Bewältigung dient zurzeit das Kurzarbeitergeld. Die Agenturen für Arbeit strukturieren sich gerade so um, dass die vielen eingehenden Anträge möglichst schnell zur Auszahlung kommen. Kleinere Erleichterungen räumen die Finanzämter und Sozialkassen betroffenen Unternehmen durch großzügige Stundungsregelungen ein. Das Bundesministerium für Wirtschaft hat neben dem Soforthilfeprogramm noch weitere Kreditprogramme aufgelegt.

Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit unterstützt Unternehmen schon, wenn nur 10% der Beschäftigten von 10% Arbeitsausfall betroffen sind. Statt Kündigungen auszusprechen, können Unternehmen auf das Kurzarbeitergeld zurückgreifen. Die Mitarbeiter/-innen erhalten für bis zu 12 Monate das Gehalt in Höhe des Arbeitslosengeldes (67% des Nettogehaltes für Arbeitnehmer/-innen mit Kindern, 60% bei Arbeitnehmer/-innen ohne Kinder). Das Kurzarbeitergeld kann jederzeit, auch im weiteren Verlauf der Krise, beantragt werden. Unternehmen, die bereits im Kontakt mit der Agentur stehen, rufen Ihren Ansprechpartner im Arbeitgeberservice an oder stellen den Antrag online. Übersichtliche Informationen zum Kurzarbeitergeld finden Betroffene unter: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld, zur Anmeldung gelangen Unternehmen über die Internetseite:

https://con.arbeitsagentur.de/prod/cmsportal/marketing/corona-kurzarbeit

Steuerstundungen

Die Finanzämter räumen Unternehmen die Möglichkeit zur Steuerstundung ein. Anfragen nehmen die Finanzämter der Kreise und Städte entgegen.

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/F/finanzen/finanzaemter.html

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Die Sozialkassen können Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, die Beitragszahlungen für die Sozialversicherungen für den Monat April vorübergehend stunden. Der Antrag erfolgt formlos, unter Bezug auf die Notlage durch die Corona-Krise und Paragraf § 76 SGB IV, direkt an die für das Unternehmen zuständige Krankenkasse, die die Sozialversicherungsbeiträge erhebt.

https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_1003392.jsp

Kontakt

Fiete Mikschl

Lise-Meitner-Straße 1-7
24223 Schwentinental

Ruth Jakobs

Böternhöfen 37
24594 Hohenwestedt